Verein für Schäferhunde und andere Rassen

Unser Tierschutzbrief August 2018 -

Ein Rückblick über die ersten 7 Monate diesen Jahres - Download hier!

 

Usko und Vucko, zwei Brüder und die Schäferhündin Martha – drei Hunderettungen aus Montenegro

November 2018
Tierschützer sind 4.000 km gefahren, um drei Hunde aus Montenegro zu retten.

Vucko und Usko sind junge Schäferhund-Mischlingsrüden, sie wurden als Welpen in den Bergen gefunden.

Montenegro ist ein Land mit einer imposanten Gebirgslandschaft. In den weitläufigen Gebirgen werden immer wieder Hunde entdeckt, die dort entweder ausgesetzt oder geboren wurden. Vucko und Usko wurden gemeinsam gefunden, total abgemagert und am Ende ihrer Kräfte, Tierschützer nahmen sie mit nach Hause. Nach Hause ?

Das bedeutet, dass alle Hunde in Zwingern und Käfigen sitzen, manche sogar ohne Hütten, die Käfige ohne ein schützendes Dach.

Eine Tatsache, die uns jetzt im Winter besonders belastet. Die Temperaturen, die dort herrschen, sind mit unseren Minusgraden nicht vergleichbar. Die Winter sind extrem hart und geschwächte Tiere überstehen die Wintermonate nicht. Ein älterer Dorfbewohner baut jetzt in unserem Auftrag 5 isolierte Hundehütten. Aber für alle Tiere werden die nicht reichen. Kleinere Hunde verkriechen sich dann zu mehreren in den Schutz der Hütten und wärmen sich gegenseitig. Über Kontakte durch das Internet haben wir von den ärmlichen Verhältnissen erfahren. Für Vucko wurde Hilfe gesucht, weil er durch einen Beißunfall verletzt war und die Wunde eiterte.

Geld für einen Tierarzt gab es nicht. Zu einem Tierarzt muss auch 200 km gefahren werden. Wir erklärten uns bereit, die Tierarztkosten für Vucko zu übernehmen. Das Elend, das sich uns bot, ließ uns nun nicht mehr los, wir planten, drei der Hunde nach Deutschland zu holen: Vucko, seinen Bruder Usko und die kranke, ca. 10 Jahre alte Schäferhündin Martha. Anfang Nov. sind die Hunde bei uns eingetroffen, die Brüder wurden in einer Hundepension untergebracht. Noch sind sie scheu, der Schock auf die Veränderung sitzt tief, beide kennen nichts, nur die Berge und die spartanische Unterbringung bei einer Frau, die selbst bescheiden lebt, aber nicht wegschauen kann wenn es um das Elend der ausgesetzten Hunde im Gebirge geht.

Einen ganz anderen Eindruck machte die Schäferhündin Martha. Sie zeigte überhaupt keine Berührungsängste. Im Gegenteil, sie suchte den engen Kontakt, schmiegte sich an Menschen, leckte Hände, suchte nur Liebe. Ihre Betreuerin: Sie war ein Engel.

Sie war? Martha wurde nur 10 Jahre alt, das war ein geschätztes Alter, denn auch sie wurde vor einigen Monaten einsam in den Bergen ausgesetzt und heute wissen wir auch warum. Martha war schwer krank, was jeder feststellen konnte, sie hatte stark vergrößerte Gesäugetumore, einer war so groß, dass er blutete.

Wir veranlassten von Deutschland aus, dass auch Martha zu einem Tierarzt in Montenegro gebracht wurde, Röntgenaufnahmen zeigten keine Metastasen, trotzdem wollte sie der Tierarzt nicht operieren. Die Röntgenaufnahmen wurden an uns weitergeleitet. Es fiel die Entscheidung, die Hündin in Deutschland operieren zu lassen.

Auch ein privater Platz zur Aufnahme der Hündin stand zur Verfügung. Doch Martha konnte nicht mehr geholfen werden. Die vorhandenen Röntgenbilder von ihrem Tierarzt waren 3 Wochen alt.Während der 3 Wochen wurde ihr Transport nach Deutschland organisiert und Martha sofort nach ihrer Ankunft in der Tierklinik- Hofheim vorgestellt. Das Ergebnis war niederschmetternd. Für Martha kam jede Hilfe zu spät. Neue Röntgenaufnahmen zeigten Metastasen in der Lunge. Martha konnte nicht mehr geholfen werden. Es blieben ihr nur noch wenige Tage Lebenszeit. In dieser Zeit lag sie bei ihrer Betreuerin im Arm, eng aneinander geschmiegt. Eine Hand war immer an Marthas Körper, Liebe und Ruhe wurden ihr übertragen und Martha war glücklich. In den ihr verbleibenden Stunden saß sie auch entspannt und zufrieden in der Sonne auf der Terrasse.

Es war ein Glück nur für Stunden, aber war womöglich für diese Hündin das größte Glück, das sie je erfahren durfte. Denn in einem Land geboren zu sein, zu leben, nicht mehr gewollt zu sein und ausgesetzt zu werden in den Bergen, als alter Hund ! Unvorstellbar. Wie war wohl der Abschied, als der Hund das Auto verlassen musste und dieses wegfuhr, die alte schwerkranke Hündin allein zurückblieb, verwundert darüber was ihr passierte ? Alle beteiligten Personen konnten es nicht fassen, als Martha erlöst werden musste. Dieser verdammte Krebs hat sie auf dem Gewissen. Der einzige Trost der uns bleibt: Sie musste nicht auf ihrer Liegefläche, einer Pappe, sterben und sie musste dabei nicht jämmerlich ersticken.

Sie ist in Deutschland angekommen, wenn auch nur die Asche von ihr geblieben ist.

 
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