Verein für Schäferhunde und andere Rassen

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28.07.2013
Mandy: Würdelos und ohne Rechte - Irgendwann ist es zu spät !

Am Sonntag, dem 14.7.13, tat die Schäferhündin Mandy ihren letzten Atemzug und für alle, die an Ihrer Rettung beteiligt waren, brach eine Welt zusammen.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit den Behörden lenkte der Besitzer von Mandy ein und gab sie frei. Jetzt, in ihrem hohen Alter, wollte er sie nur noch loswerden, sprach sogar von „erschießen“ wenn wir sie nicht sofort übernehmen würden. Die alte Schäferhündin befand sich in einem katastrophalen Zustand, ihr Blick ausdruckslos, ihr Pflegezustand konnte nicht schlechter sein.

Innerhalb weniger Tage fanden wir für Mandy einen privaten Platz bei einer Tierärztin. Mandy sollte es in ihrer Familie, 2 kleine Kinder, 2 Hunde, Haus mit Garten, noch einmal richtig gut haben. Wir holten Mandy unverzüglich ab und fuhren mit ihr in Richtung Fulda. Mandy wurde von liebevollen Menschen erwartet. Sie blühte zusehends auf, Ihr Ausdruck veränderte sich, sie zeigte sich interessiert. Mandy stand voll im Mittelpunkt, sie schien zufrieden und glücklich zu sein.

Mandy – für wenige Stunden glücklich in ihrem neuen Zuhause

Überwältigt von soviel Hilfsbereitschaft gegenüber einem Tier, das sein ganzes Leben lang unter Entbehrungen gelitten hat, fuhren wir wieder ab. Mandy befand sich in den Händen einer Tierärztin, was konnte ihr besseres passieren ?

Doch dann geschah etwas, was uns alle schockierte, sprachlos machte, und einfach nur unendlich traurig. Gleich in der ersten Nacht im neuen Zuhause bekam sie eine Magendrehung. Das wurde sehr schnell erkannt, sie wurde sofort entgast, an die Infusion gelegt und in die Tierklinik gefahren. Mandy wurde operiert, die Milz war stark vergrößert und wurde entfernt, die Tierärztin sprach von einer schlechten Prognose. Am Tag darauf gab es Hoffnung. Mandy stand auf, lief und trank kleine Schlückchen Wasser.

Am darauf folgenden Sonntagmorgen war sie tot, gegen 7,30 Uhr schlief sie ein, die Klinikärztin sprach von Kreislaufversagen. Noch immer sind wir traurig und in Tränen aufgelöst, wenn wir an Mandy denken. Ein Leben voller Entbehrungen lag hinter ihr, sie hätte in einem kleinen Paradies leben dürfen. Die Frage nach dem „warum“ beschäftigt uns immer noch.

Ihre Besitzerin, die Mandy nur wenige Stunden betreuen durfte, fasst die kurze Zeit mit ihr in folgende Worte:
„Ich glaube, für Mandy war selbst der Tag in der Klinik, die Tatsache, dass es Menschen gab, die sich um sie kümmerten, die ihr halfen, eine gute Erfahrung. Sie haben mir erzählt, dass sie gestern mit ihr draussen waren, ihr geholfen haben aufzustehen und sie hat freudig mitgemacht. Ich denke, was sie noch mitnehmen konnte an guten Erlebnissen, das hat sie mitgenommen.

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