Verein für Schäferhunde und andere Rassen

Sonstige Informationen:

Eine Chance für Barni
Seit 10 Jahren wartet er auf Menschen, die ihn zu sich nehmen -
Am Donnerstag, dem 14.3.2013, hätte er fast sein Leben verloren -
 

Barni kam im November 2011 zu uns. Er hat in einem der schlimmsten Tierheime in Polen sein Leben verbracht. Damals war er 8 Jahre alt. Wie lange er bereits im Tierheim lebte, haben wir nicht erfahren und auch nichts über seine Vergangenheit. Es muss aber ein sehr langer Zeitraum gewesen sein, denn der Rüde befand sich in einem schlechten Zustand: Seine Zähne waren vom vielen Steine beißen abgenutzt. Röntgenaufnahmen zeigten eine Arthrose. Die Übersiedlung nach Deutschland war die Rettung für diesen Hund.

Leider konnten wir Barni bis heute nicht in ein neues Zuhause vermitteln.

Barni ist ein sehr freudiger, lebhafter Hund. Er liebt Spaziergänge, zeigt Gehorsam, menschliche Zuwendung bedeutet ihm viel. Alles war gut bis zu dem Tag, als sein Leben am seidenen Faden hing, als der Tierarzt uns gegenüber vorsichtig eine evtl. Einschläferung des Hundes andeutete. Unser Ziel war es immer und ist es heute noch, für Barni ein familiäres Zuhause zu finden. Seine plötzlich aufgetretene Erkrankung war ein Schock !

Donnerstagmorgen, 14.3.2013
Barnie wurde in seinem Pensionszimmer in einem apathischen Zustand aufgefunden. Unverzüglich kam Barni zum Tierarzt. Nach dem ersten Abtasten wurde ein riesengroßer Tumor vermutet. Daraufhin wurde Barni in die nächstliegende Tierklinik gebracht. Als ich dort ankam, lag Barni an der Infusion, ohne Reaktion, hin und wieder öffnete er die Augen. Der große Rüde lag auf dem Behandlungstisch, er zeigte keine Reaktionen. Ich blieb bei ihm, sein Kopf lag auf meiner Hand, ich streichelte ihn, bis dass er in Narkose kam.

Bei der anschließenden Operation stellte sich kein Tumor heraus. Seine riesengroße Blase stand kurz vorm platzen, sie war so groß wie ein Fußball. Durch die enorme Erweiterung war die Blase undicht geworden, 500 ml Urin vermischt mit Blut hatten sich bereits im Bauchraum verteilt. Die gleiche Menge an Urin befand sich noch in der Blase. Sorgenvoll dachten wir an den Hund und an seine Überlebenschance. Als er am Morgen darauf noch lebte, atmeten wir auf.

Freitag, 15.3.2012
Barni ging es schlecht, aber wenigstens hatte er die Nacht überstanden. Seine Nierenwerte, am Tag zuvor bedenklich, waren wieder gut. Der Rüde erhielt Antibiotikum, es bestand die Gefahr einer Bauchfellentzündung. Die poröse Blasenwand musste sich wieder regenerieren. Der Urin wurde mittels Katheter abgesaugt. Barni wurde regelmäßig nach draußen geführt, er schwankte beim gehen, zeigte aber an seiner neuen Umgebung Interesse.

Samstag, 16.3.2013
Barni geht es schlecht, er frisst nicht. Er liegt ständig an Infusionen. Wir versuchen, ihn aus der Hand zu füttern. Wir entscheiden, dass fast immer jemand von uns um ihn herum sein soll, um ihn psychisch zu unterstützen. Am Abend bekam er Frischfleisch in seinen Futternapf, zu unserer Überraschung stürzte er sich darauf. Nachdem er dann endlich sein Futter aufnahm, schöpften alle wieder Hoffnung. Er stand sogar von selbst auf, aber gefressen hat er im liegen.

Sonntag, 17.3.3013
Es geht Barni immer noch nicht besser. Als ich ihn ansprach, hob er nur kurz seinen Kopf. Wie befürchtet, hatte sich eine Bauchfellentzündung entwickelt. Aus tierärztlicher Sicht musste Barni noch einmal operiert und sein Bauchraum gespült werden. Untersuchungen hatten eine sehr hohe Keimzahl ergeben. So wurde er 3 Tage nach der ersten OP wieder in Narkose gelegt. Ich war bei ihm, bis dass er eingeschlafen war. Später, während seiner Aufwachphase, bin ich erneut hingefahren. Er lag unter mehreren Decken, zusätzlich unter einer Wärmelampe und Wärmflaschen an der Körperseite, trotzdem zitterte er. Seine Ohren waren kalt. Als ich ihn ansprach, hob er kurz den Kopf und öffnete die Augen. Ich blieb lange bei ihm, immer die Hand an seinem Kopf, habe leise mit ihm gesprochen und ihm unentwegt zugeredet, dass er durchhalten möge, dass er doch noch einmal eine "richtige Familie" bekommen soll.

In dieser Nacht, nach der 2. Operation, wachte der Tierarzt über ihn, um sofort eingreifen zu können, wenn es Komplikationen gab. Glücklicherweise gab es keine.

Montag, 18.3.2013
Barni hat etwas gefressen. Ich koche jetzt für ihn: Reis, Hähnchen, Pute, Nudeln, und er erhält Frischfleisch mit Gemüseflocken. Vom Tierarzt erhält er ein Aufbaumittel. An diesem Montag bin ich dreimal zu ihm gefahren. Jedes mal öffnete er die Augen und leckte mir die Hände. Das tat er am Tag zuvor nicht. Sein Blick war klar und aufmerksam. Herz und Kreislauf sind gut, er hängt immer noch unentwegt am Tropf, Leber und Nierenwerte sind in Ordnung. Regelmäßig wird er nach draußen auf die Wiese geführt. Er läuft mit ausgreifenden Schritten, wer ihn führt, muss sogar ein bisschen rennen, Barni will überall schnüffeln.

Dienstag 19.3.2013
Der kurze Weg auf die Wiese strengt ihn an. Danach sinkt er ermattet auf sein Lager. Seine körperlichen Kräfte haben abgenommen, sehr schmal ist er geworden. Für den kurzen Gang auf die Wiese wurde er von allem befreit. Von seinem Schutzkragen, den er sich ohne zu sträuben umlegen lässt, von seinen vielen Schläuchen und seinem Urinbeutel. Am Abend besuchten wir ihn erneut. Wir können gar nicht in Ruhe Zuhause sitzen, müssen ständig an ihn denken. Barni unser alter Kämpfer ! Wird er es schaffen ? Wir denken Tag und Nacht an ihn. Eine Bauchfellentzündung ist nicht ohne.

Wenn es jetzt keinen Rückfall mehr gibt und drei verschiedene Antibiotika wirken, wird die Bauchfellentzündung doch in den Griff zu bekommen sein. Ich bin sicher, dass Barni noch nie soviel Fürsorge zuteil wurde, dass er erst krank werden musste, um so viel Liebe und Zuwendung zu erfahren. Barnis Leben ist eher bescheiden verlaufen, er musste immer mit sehr wenig auskommen.

Mittwoch 20.3.2013
Schon wieder muss Barni alle Kräfte mobilisieren, er kämpft wieder um sein Leben. Er wird Tag und Nacht beobachtet.  Tagsüber betreuen wir ihn. Immer noch läuft er auf den kurzen Spaziergängen schwungvoll, er steht sicher auf seinen Beinen, aber........... er frisst nicht.
Am Abend soll der Bauchraum über einen Katheder, der in der Bauchdecke sitzt, wieder mehrfach gespült werden, um die Keimbelastung weiter zu reduzieren. Wenn wir die Bauchfellentzündung nicht in den Griff bekommen, waren alle zuvor durchgeführten Maßnahmen umsonst !

Bis 24.00 Uhr wurde gespült, ein unglaublicher Einsatz des Tierarztes für unseren schwerkranken Hund.

Donnerstag, 21.3.13
Unsere Gedanken kreisen nur noch um Barni`s Futter und ob er frisst. Hähnchen und Reis wurden für ihn gekocht und in die Praxis gebracht. Leider frisst er immer noch schlecht. Bei jedem Bröckchen, welches er aufnimmt, loben wir ihn, aber es bringt nichts, er will einfach nichts zu sich nehmen. Dabei zeigt er sich draussen bei den kurzen Spaziergängen ganz anders: Voller Interesse, er will viel erleben, überall seine Nase hineinstecken.

Uns scheint, dass sein Lebenswille ungebrochen ist. Aber ohne Futteraufnahme kann er auch nicht existieren. Sein Zustand ist immer noch sehr, sehr ernst.

Freitag, 22.3.13
Barni hat ganz aufgehört zu fressen. Seine Blutwerte sind sehr schlecht. Die roten Blutkörperchen werden durch die Entzündung zerstört. Der Hämatokritwert liegt nur noch bei 22, unter 15 ist Schluss. Der Wert sinkt rapide. Ich frage den Tierarzt, was eine Bluttransfusion bringen würde und erhalte die Antwort, dass wir auf jeden Fall einige Tage Aufschub gewinnen würden die dann wieder der Behandlung zugute kämen. Wir würden etwas mehr Zeit gewinnen. Die Bluttransfusion wurde noch am Freitagnachmittag durchgeführt. Durch das "neue Blut" erhielt Barni`s Organismus einen neuen Schub. Es ging ihm sofort besser, sodass am Abend eine erneute, dritte OP anstand.  Auf normalem Weg konnte Barni nicht mehr seine Blase entleeren. Es war alles versucht worden, diesen Vorgang wieder zu normalisieren, jedoch blieb der Erfolg aus.
Es gab nur noch eine Möglichkeit, es musste ein neuer Ausgang für die Harnröhre gelegt werden. Das war die letzte Option, die für Barni in Frage kam.

Und genauso wurde es gemacht. Am Freitagabend wurde die Operation zur Verlegung der Harnröhre durchgeführt. Zuvor lag Barni`s Freundin und Betreuerin Bettina 6 (!) Stunden neben ihm auf der Decke und hielt ihn im Arm. Noch einmal musste bei der dritten OP eine undichte Stelle der Blase geschlossen werden, weil immer noch Urin in den Bauchraum eintrat. Grundsätzlich hätte der Bauchraum aber gut ausgesehen.
Gegen 22.00 Uhr rief mich der operierende Tierarzt an um mir mitzuteilen, dass Barni zwar noch in Narkose liegen würde, aber die OP gut verlaufen wäre.

Samstag/Sonntag 23. und 24.3.13
Barni geht es endlich besser und............... er frisst wieder. Jetzt springt er sogar auf von seiner Decke, wenn er uns sieht. Zuvor blieb er immer liegen. Da waren wir schon glücklich, wenn er nur den Kopf hob.

Montag - Dienstag - Mittwoch - Donnerstag:
Barni erholt sich zusehends, er nimmt sein Futter an. Er frisst vollkommen normal! Sein neuer Ausgang für das Entleeren seines Urin`s funktioniert bestens. Sein Strahl ist kräftig, der Blasenschließmuskel war nie betroffen, sodass er sein "pinkeln" voll steuern kann.

Freitag, 29.3.13
Wir haben Barni aus der Klinik abgeholt. Er ist voll transportfähig und sehr gut drauf. Das war ein großer Abschied vom Pflegeteam. Er zeigte sich immer umgänglich, alle mochten ihn. Seine Bewegung ist noch ein bisschen eingeschränkt, er soll zunächst nur kleine Wege laufen, aber er frisst wieder ganz normal, seine reichlichen Portionen sind auf mehrmals am Tag verteilt, damit er wieder zunimmt.

Unser Barni, der Kämpfer mit seinem ungebrochenem Lebenswillen, er hat es geschafft, denn er hängt am Leben und wir möchten, dass er außer der Hundepension noch ein "richtiges" Zuhause erlebt.

Welche schäferhundbegeisterte Familie würde unseren Barni übernehmen ?
Heute ist Barni wieder top drauf, wie an den Fotos zu erkennen ist.

22.4.2013

Elke Heinemann
Tierschutzverein Marsberg e.V.
Tel. 02994/908372 od. 0151 191 117 17

Wer Barni unterstützen möchte,
durch eine Patenschaft oder bei den Tierarztkosten:

Konto 40923 - BLZ 476 501 30
Sparkasse Paderborn-Detmold
Kennwort: Barni


Abholung aus der Klinik

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