Verein für Schäferhunde und andere Rassen

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Ein Rehkitz braucht Hilfe!

Es ist früher Morgen, es regnet in Strömen, die Autofahrerin auf dem Weg zur Arbeit bremst, als sie auf der Strasse ein Tier entdeckt. Sie steigt aus und findet mitten auf der Strasse ein winziges Rehkitz, es liegt, kann nicht aufstehen. Um das Tier vor dem Überfahren zu beschützen, wickelt sie es in eine Decke und benachrichtigt uns. Unser erster Gedanke war natürlich, dass Tier muss zum Tierarzt. Wir haben an nichts anderes gedacht, als das Tier sofort untersuchen zu lassen. Hilfe ist doch selbstverständlich, auch wenn es sich um ein Wildtier handelt. Die Untersuchungen ergaben, dass bei dem Kitz das Bein gebrochen war, es handelt sich um eine Trümmerfraktur im linken Oberschenkel. Das Rehkitz wurde in einer Tierarztpraxis in Lichtenau entwurmt und von vielen Zecken befreit. Als Nahrung wurde ihm mit der Flasche, mehrfach am Tag und auch Spätabends, Lämmermilch verabreicht. Inzwischen wurde das Bein operiert, mit einem Marknagel und div. Drähten stabilisiert. In einigen Wochen kann es den Käfig gesund wieder verlassen, denn es ist auf dem besten Weg dazu. Wenn das Kitz liegt, ist es kaum grösser als eine Katze, aber wenn es steht, hat es riesenlange Beine. Lämmermilch trinkt es mittlerweile allein, dazu Wasser und als Futter knuspert es ganz zart Heu, Hälmchen für Hälmchen und frisst Wildfutterpellets, auch Bröckchen für Bröckchen. Ich muss gestehen, es ist faszinierend, diesem jungen Tier zuzusehen und es behutsam zu berühren. Wöchentlich wird das Bein geröngt. Wenn der Knochen gut durchbaut ist, wird der Nagel wieder entfernt. Eine Woche später werden die OP-Fäden gezogen und dann ist es soweit, denn dann wird es die Tierarztpraxis verlassen können, um in eine Auffangstation für Wildtiere umzuziehen.

Ausgewildert werden kann es erst in einem Jahr, wenn es selbstständig überleben kann. Bis es soweit ist, wird mit Sachverstand in geeigneter Umgebung sich um das Kitz gekümmert. Zwei Wildtier-Auffangstationen, eine in der Lüneburger Heide und eine in Brandenburg, haben die Aufnahme zugesagt. Wir werden es selbst hinbringen.

Doch jetzt soll es erst einmal gesund werden. Voller Ruhe, überhaupt nicht aufgeregt, liegt es in einem Käfig, der normalerweise kranken Katzen dient. Sobald das Kitz belastbar ist, darf es in eine größere Box umziehen, in der es auch laufen kann. Kurze Laufübungen finden bereits jetzt schon in der Tierarztpraxis statt, damit nicht soviel Muskulatur abgebaut wird.

Selbstverständlich wurde Herr Dr. Steiger, Amtstierarzt für Tierschutz, in Meschede, über das Auffinden des verletzten Rehkitz benachrichtigt und die zuständige Jagdbehörde ebenfalls. Wenn auch bei Auffinden eines verletzten Wildtieres zunächst die Polizei benachrichtigt werden muss, die dann wiederum den Jagdpächter informiert, so hatten doch beide behördlichen Stellen gegen die spontane Aufnahme des verletzten Tieres in eine Tierarztpraxis nichts einzuwenden.

Allerdings haben wir auch erfahren müssen, dass Gemeinden bei tierärztlichen Maßnahmen für Wildtiere keine Kosten tragen. Bezahlen müssen wir das ganz allein. Für unseren Verein, der immer hart am finanziellen Limit arbeitet, schon eine Belastung. Vielleicht möchte uns jemand unterstützen ?

Tierschutzverein Marsberg e.V. - Konto-Nr. 40923 - BLZ 47250101 - Sparkasse Paderborn - Kennwort: Bambi

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