Verein für Schäferhunde und andere Rassen

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Skandal in der Tierhaltung - Teil II.
Ernst W. erleidet Schlappe vor Gericht

Eine tierliebe Richterin beim Amtsgericht Meschede sorgte dafür, dass Ernst W. einen Rückschlag wegen seiner mangelhaften Tierhaltung einstecken musste. Auch seine lautstarken Beschuldigungen gegenüber unserer 1. Vorsitzenden, als auch der Versuch seines Anwalts, das Verfahren aufgrund einer angeblich ungeklärten Eigentumsfrage der Hunde ins Leere laufen zu lassen, halfen nichts. Er muss nun das vom Veterinäramt des HSK verhängte Bußgeld zahlen und einen Zwinger für seine Hunde bauen.

Rückblick:
Die Tierhaltung von Ernst W. wird bereits seit über einem Jahr(!) von unserem Verein beim Kreisveterinäramt beanstandet. Dazu informieren Sie sich bitte auch in unserem Artikel vom 16.05.2005 mit ausführlichem Bildmaterial.
Auch zahlreiche Anwohner beschwerten sich beim zuständigen Veterinäramt wegen der schlechten Haltung, als auch wegen anhaltendem nächtlichen Hundegebells. Mittlerweile ist bekannt, dass bereits am 23.06.2004 eine erste Kontrolle der Tierhaltung durch den Kreisveterinär stattfand.

Leider wurde uns immer wieder vom Veterinäramt des HSK (Hochsauerlandkreis) mitgeteilt, dass die Tierhaltung nicht zu beanstanden sei und keine behördlichen Maßnahmen möglich seien. So wurde auch aufgrund einer Stellungnahme zu der Tierhaltung, die Dr. Steiger (Veterinäramt des HSK) gegenüber der Staatsanwaltschaft Arnsberg abgab, unsere Strafanzeige gegen Ernst W. eingestellt.

Im Oktober 2005 verhängte das Veterinäramt des HSK gegen Ernst W. ein Bußgeld, da er der Aufforderung zum Bau eines Zwingers für seine Hunde nicht nachkam. Gegen dieses Bußgeld legte Ernst W. Widerspruch ein, was letztendlich zum Gerichtstermin vor dem Amtsgericht in Meschede führte, an dem auch 2 Beobachter für unseren Verein vor Ort waren.

Bei diesem Gerichtstermin ergaben sich für unseren Verein völlig neue Erkenntnisse:

1. Gerichtstermine können für den Tierschutz durchaus auch positiv enden, auch wenn uns seitens des Dr. Steiger immer wieder versichert wurde, dass man bei solchen Angelegenheiten vor Gericht immer „hinten runter fallen“ würde.

2. Außerdem ergab sich vor Gericht offensichtlich ein Sinneswandel beim Veterinäramt des HSK, denn plötzlich hätten die Hunde des Ernst W., nach Aussage Dr. Steigers, aufgrund der Haltungsbedingen schwere Schäden erlitten, wären aggressiv und würden sich ständig im Kreise drehen. Dies wurde noch kurz vor dem Gerichtstermin von Dr. Steiger telefonisch gegenüber unserer 1. Vorsitzenden vehement bestritten. Auch an der Haltung sei nach wie vor nichts zu beanstanden, was ein härteres Vorgehen gegen Ernst W. rechtsfertigen würde.

In seiner Aussage gab Dr. Steiger weiterhin an, dass er Ernst W. für eine „nette Person“ gehalten hätte und eine Einigung ohne behördliche Maßnahmen anstreben wollte und er deshalb erst nach so langer Zeit zu ordnungsrechtlichen Maßnahmen gegriffen hätte.
Aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse in der Sache, als auch aufgrund des zeitlichen Ablaufs kann unserer Verein dies nur als völlig naiv oder als schlechte Ausrede werten. Ebenso widerspricht sich Dr. Steiger, indem er Ernst W. gegenüber unserem Verein immer als ein Gegenteil einer „netten Person“ bezeichnet hat.

3. Ist die Tierhaltung des Ernst W. offensichtlich doch zu beanstanden, denn auch das Amtsgericht Meschede war von dem Verstoß gegen das Tierhaltegesetz überzeugt. So drohte die vorsitzende Richterin Ernst W. eine Geldstrafe bis zu 20.000 Euro an, wenn es zu einem Urteil kommen würde, denn man könne ihm durchaus auch Vorsatz nachweisen. Dies führte dann dazu, dass Ernst W. nach Beratung mit seinem Anwalt, den Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid zurückzog.

Fazit:
Über den Verlauf der Verhandlung gegen Ernst W. ist unserer Verein höchst erfreut, über das Verhalten des Veterinäramtes des HSK allerdings überhaupt nicht. In dieser Sache hätte seitens der zuständigen Behörde viel früher und härter durchgegriffen werden müssen. Erst vor Gericht werden die Hunde plötzlich als verhaltensgestört und die Tierhaltung als mangelhaft dargestellt. Unser Verein wird jedenfalls genau beobachten, ob Ernst W. einen Zwinger baut und ob dieser auch den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Derzeit liegt der Staatsanwaltschaft Arnsberg eine weitere Anzeige gegen Ernst W. wegen mangelhafter Nutztierhaltung von Animals Angels vor. Auch diesen Vorgang werden wir genaustens beobachten und darüber berichten. Wir sind jetzt schon auf die Stellungnahme des Kreisveterinäramtes gespannt.

Bleibt zu hoffen, dass es keinen 3. Teil von „Skandal in der Tierhaltung“ geben wird. Leider ist dies schon fast absehbar.

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