|
Auf den Essenthoer Weiden
spielen sich Tragödien ab. Tiere verenden auf den Wiesen und das schon
seit vielen Jahren. In den letzten vier Wochen haben wir dort 4 tote Tiere
gefunden, 3 Kälber und eine tote Kuh. Das Elend dieser Tiere bezieht sich
aber nicht nur auf die letzten vier Wochen. Augenzeugen und Fotomaterial
belegen eine gravierende Vernachlässigung der Tiere. Die Behörden
verfolgen seit Jahren die Vorfälle auf den Weiden und in den Ställen. Auffällige Tiere, z.B. durch Erkrankung,
bleiben sich selbst überlassen und quälen sich bis zum Tod. Es kommt immer
wieder vor, dass aufmerksame Spaziergänger Tiere angeben, wo doch der
Halter in der Pflicht ist selbst dafür zu sorgen, dass es seinen Kühen und
Kälbern gut geht.
Am 8.5. dieses Jahres kam
es zu einem Vorfall, über den wir berichten möchten.
An diesem Sonntagmorgen, kurz vor 8 Uhr, erreichte uns der Anruf, dass auf
einer Weide in Dorfnähe ein fast totes Kalb läge. Wenige Minuten später
machten wir uns auf den Weg und fanden das Tier zwischen Wasserbehälter
und Zaun im eiskalten Matsch liegend. Es atmete sehr schwach, der Körper
bestand nur aus Haut und Knochen. Die Fotos zeigen ein verhungertes und
verdurstetes Tier. Die Weide war abgegrast, die erwachsenen Tiere fast
alle ausgebrochen, liefen auf dem Weg und auf den benachbarten Wiesen
herum. Die Polizei und der Amtstierarzt wurden benachrichtigt und
erschienen vor Ort. Der herbeigerufene Tierarzt sah bei dem stark geschwächten Tier
keine Heilungschancen und schläferte es ein. Da lag vor unseren Füßen ein
Lebewesen, welches vor dem Einschläfern noch zwei herzzerreißende Schreie
ausstieß. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, lag dieses 3 Monate alte
Kalb bereits seit Samstagmorgen in eindeutig kranker Stellung auf der
Weide, wenige Meter vom Wasserbehälter entfernt. Da bei dem Tier eine
Durchfallerkrankung festgestellt wurde ist davon auszugehen, dass es sich
noch bis zum Wasserbehälter geschleppt hat um zu trinken. Selbst wenn es
die Kraft dazu gehabt hätte, wäre das Tier niemals bis ans Wasser
gekommen, denn diese Behälter, aufgeschnittene Tanks, sind für Kälber
ungeeignet, sie erreichen das Wasser nicht.
Nach der
Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung muss jedem Tier Zugang zu einer
ausreichenden Menge Futter und Wasser gewährt werden. Wer Nutztiere hält
hat sicherzustellen, dass die Tiere gefüttert, gepflegt, täglich überprüft
und tote Tiere entfernt werden. Umfassende Maßnahmen sollen das
Wohlergehen der Tiere sicherstellen. So ist es vom Gesetz her festgelegt
und jeder der Tiere hält, hat sich danach zu richten. Das Tier wird durch
das Tierschutzgesetz als Mitgeschöpf bezeichnet, dessen Leben und
Wohlbefinden zu schützen ist.
Auch mit dem folgenden Fall
möchten wir darauf hinweisen, dass der Halter dieser Tiere sich über
Verordnungen und Gesetze hinwegsetzt.
Am Dienstag, dem 24.5.,
fanden wir auf einer Essenthoer Weide zwei tote Kälber. Der Besitzer hat
auch diese Tiere tagelang dort liegengelassen und erst reagiert, als
Polizei und Amtsarzt vor Ort waren. Zumindest eines der Tiere war
vermutlich eine Totgeburt. Das Muttertier fiel auf durch ein großes,
entzündetes Euter, unter dem Schwanz hing ca. 1 m lang die Nachgeburt
heraus. Dem Tier wurde erst geholfen, als der Amtsarzt die tierärztliche
Behandlung anordnete.
Der gesamten Herde, ca. 20
Tiere, soll eine Woche lang kein Wasser zur Verfügung gestanden haben. Die
Angaben des Halters gegenüber der Polizei, die Tanks seien voll Wasser,
entsprachen nicht der Wahrheit. Die Tanks waren bis auf den Rost
pulvertrocken. In diesen Tagen, an denen es sehr heiß war, befanden sich
auch zwei Bullen kurz angebunden in praller Sonne, nahezu 3 Tage lang,
ebenfalls ohne Wasser. Am 4.6. haben wir festgestellt, dass seit Tagen
unter einer Plane eine aufgegaste tote Kuh in Essentho auf einer Weide in
der Nähe des ehemaligen Nato-Geländes liegt. Wir erfuhren, dass 2004 eine
Kuh eine Woche im Schlamm feststeckte und dann verendete und auch vom
Schicksal weiterer Tiere die entsetzlich umgekommen sind.
Die Tierquälereien werden
durch Fotos belegt. Wir haben mit Landwirten gesprochen, die über diese
Vorkommnisse empört sind. Die Einwohner von Essentho regen sich mit Recht
darüber auf und wollen nicht länger zusehen, wie Tiere gequält werden. Wir
haben erfahren, dass Kühe gehalten werden, um das Grünland in Ordnung zu
halten. Hierfür gibt es Prämien vom Staat und wenn wir richtig informiert
sind, ca. 250 EURO pro Tier. Uns drängt sich hier die Frage auf, ob wohl
der Steuerzahler das Tierelend finanziert ?
Darüber kann sich der
Staatsanwalt Gedanken machen, denn Zuschauen und Schweigen kann nun
niemand mehr. Zuviel ist passiert. Das Tierschutzgesetz darf nicht nur auf
dem Papier stehen, es muss auch angewandt werden.
Update vom 17.09.2005:
In dieser Angelegenheit hatte unser Verein
Strafanzeige gegen den Halter der Tiere gestellt. Diese Strafanzeige wurde
mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Arnsberg eingestellt. Warum lesen
Sie hier!
Einstellung der Strafanzeige (PDF-Dokument) |







|